Google AMP – Eine Bewertung

Von Tobias Wedel27. September 2016Webdesign
Google AMP Webdesign

Google AMP

Was ist denn überhaupt Google AMP und warum meint Google, das wir es brauchen? Seit in den letzten Jahren der Einzug von Smartphones, Tablets usw. zügig voranschreitet, steht das Webdesign vor dem Problem, die Inhalte einer Website korrekt auf allen Endgeräten darzustellen. Auch bewährte Lösungen wie z.B. das Responsive Design sind noch nicht ausgereift genug, um Design und Performance für ein optimales mobiles Surferlebnis auszurichten.

Besonders im mobilen Sektor spielt die Geschwindigkeit und Größe einer Website aber eine entscheidende Rolle. Viele große Bilder, massig CSS und JavaScripte sorgen durch lange Ladezeiten und hohe Datenvolumen für Frust bei den Nutzern. Aus diesem Grund hat Google das Open Source Projekt „AMP“ ins Leben gerufen. AMP steht für „Accelerated Mobile Pages“ also „Beschleunigte Mobile Seiten“. Damit soll es möglich sein perfekt auf mobile Endgeräte optimierte Websites zu erstellen.

Wie funktioniert es?

AMP vereint drei Wege zu einer schnelleren und schlankeren Website. Diese teilt sich zum einen auf in AMP HTML für ein vereinfachtes und reduziertes HTML mit eigenen/zusätzlichen Definitionen. Zum anderen in AMP JS, das die Performance Praktiken implementiert und Google AMP Cache, das für das Caching auf den Google CDN-Servern sorgt. Hierdurch werden alle JavaScript-Daten und Bilder von einer Quelle geladen. Durch das Speichern auf Googles Servern werden die Inhalte und Daten auch zusätzlich optimiert. D.h. JavaScripte werden komprimiert zusammengefügt und Bilder an die Bildschirmgröße angepasst.

Die Regulierungen

Es gibt einige Vorgaben an die sich der Webdesigner bei der Beschleunigung mit AMP halten muss. Neben dem eigenen AMP HTML ist darauf zu achten, dass es nur asynchrones JavaScript erlaubt. Diese werden über sogenannte Extension eingebunden und haben bereits eigenes JavaScript unter der Haube. Die koordinieren verläuft untereinander, sodass Ladezeiteinbußen kompensiert werden. Diese Komponenten erweitern den Content um Multimedia Ausgaben, Formulare, Analytics, Präsentationen usw.

Alle Komponenten und erweiterten Elemente kommen bereits mit einem Standard Stil. Eigene Stylesheets können nur als Inline-Styles über den <style amp-custom> tag direkt im head des Dokumentes platziert werden. Auch hier gibt es ein paar Regeln die beachtet werden müssen.

Fazit und Ausblick

Der Schritt von Google ist klar. Die Leser sollen bekommen was sie wollen und zwar sofort, übersichtlich und ohne nervige Werbung. Im Anschluss werden sie es mit mehr Konsum danken, was dem Publishern nur recht sein kann. AMP bedeutet für besonders contentlastige Webseiten einen Schub nach vorn, aber eine echte umfassende Lösung für den Spagat zwischen Desktop und mobilen Endgeräten sehen wir hier noch nicht. Denn im Endeffekt muss wieder eine eigene Ausgabe (Template) für mobile Endgeräte erstellt werden. Dieses Problem wollte uns das Responsive Webdesign einst ersparen. Zudem bietet AMP durch seine Einschränkungen keine echte Alternative für die Webseiten, die Funktionen bieten, die ohne umfangreiches JavaScript kaum denkbar wären.

In Bezug auf SEO beherzigt Google zwar, dass AMP Seiten in der Suchmaschine nicht bevorzugt werden. Im Endeffekt spielt die Ladezeit aber doch eine wichtige Rolle für die Platzierung. Das Projekt steckt noch mehr oder weniger in den Kindeschuhen und wer weiß – ob es nicht auszahlt, für das zukünftige Ranking schon früh genug auf AMP zu setzen.

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