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WooCommerce zu Shopware 6 migrieren: Ablauf, Daten und Weiterleitungen

WooCommerce ist für viele Händler der Einstieg in den Onlinehandel: schnell aufgesetzt, günstig, flexibel. Mit dem Sortiment wachsen aber auch die Plugins, die Sonderlösungen und der Pflegeaufwand. Spätestens wenn Geschäftskunden, Sammelbestellungen oder eine Warenwirtschaft dazukommen, stellt sich die Frage nach dem Wechsel. Wir zeigen, wie die Migration von WooCommerce zu Shopware 6 abläuft, was sich übertragen lässt und wo Handarbeit nötig ist, am Beispiel eines Shops, den wir selbst umgezogen haben.

30. September 2026·Aktualisiert am 1. Oktober 2026·8 Min. Lesezeit·Webcellent

Wann lohnt sich der Wechsel von WooCommerce zu Shopware 6?

WooCommerce ist ein Plugin für WordPress. Das macht den Einstieg leicht, bedeutet aber auch: Jede Funktion, die über den Standard hinausgeht, kommt als weiteres Plugin dazu. Mit der Zeit hängt der Shop an Dutzenden Erweiterungen verschiedener Anbieter, die zusammenpassen und bei jedem Update mitziehen müssen.

Shopware 6 ist von Grund auf ein Shopsystem. Kundengruppen, Varianten, mehrere Verkaufskanäle, Regeln für Preise und Versand und eine Programmierschnittstelle für ERP und Warenwirtschaft sind im Standard enthalten. Über den Rule Builder und den Flow Builder bildet ihr viele Abläufe ab, für die WooCommerce ein eigenes Plugin braucht. Wer im Alltag lieber weniger Technik betreuen will, sollte auch Shopify prüfen, den Vergleich gibt es im Beitrag Shopify vs. Shopware.

Das Video oben zeigt die sieben Schritte, die für jede Migration auf Shopware 6 gelten. In diesem Beitrag geht es um das, was beim Umzug von WooCommerce speziell ist.

Typische Anlässe für den Wechsel

  • Geschäftskunden mit eigenen Preisen, Kundengruppen oder Sammelbestellungen
  • Viele Plugins, die bei Updates regelmäßig Probleme machen
  • Eine Warenwirtschaft oder ein ERP, das sauber angebunden werden soll
  • Mehrere Verkaufskanäle, Sprachen oder Länder mit eigenen Regeln
  • Ein Sortiment, das sich in WordPress nur noch mühsam pflegen lässt

Läuft WooCommerce gut und bleibt der Shop überschaubar, gibt es keinen Grund zu wechseln. Der Umzug lohnt sich, wenn eure Abläufe über das hinauswachsen, was sich mit Plugins sauber abbilden lässt.

Gibt es einen Migrationsassistenten für WooCommerce?

Nein, jedenfalls nicht von Shopware selbst. Der offizielle Migrationsassistent kennt als Quelle nur Shopware 5, Magento und Shopware 6. Für WooCommerce bleiben drei Wege, die sich auch kombinieren lassen.

  • CSV: Produkte aus WooCommerce exportieren und über den Import/Export von Shopware 6 einlesen. Gut für Produkte, Kategorien und Kunden
  • Programmierschnittstellen: Daten über die REST-API von WooCommerce lesen und über die API von Shopware 6 schreiben. Der flexibelste Weg, auch für Bestellungen und Sonderfelder
  • Migrationstools von Drittanbietern: Dienste, die Standarddaten automatisch übertragen. Praktisch für einfache Shops, bei Sonderfeldern und Plugin-Daten stoßen sie an Grenzen

Welcher Weg passt, hängt von Datenmenge und Sonderfällen ab. Häufig ist es eine Kombination: CSV für Produkte und Kategorien, die Schnittstellen für Kunden und Bestellungen.

WooCommerce und Shopware 6: Was wird zu was?

WooCommerce und Shopware 6 arbeiten mit unterschiedlichen Begriffen und Datenmodellen. Die Übersicht zeigt, wohin die wichtigsten Daten beim Umzug wandern und worauf ihr dabei achten müsst.

WooCommerceShopware 6Worauf ihr achten müsst
Einfaches ProduktProduktArtikelnummer (SKU) als eindeutiger Schlüssel
Variables Produkt mit VariationenProdukt mit VariantenVarianten entstehen aus Eigenschaften wie Größe oder Farbe
AttributeEigenschaftenVor den Varianten anlegen
ProduktkategorienKategorienStruktur bei der Gelegenheit aufräumen
SeitenErlebnisweltenInhalte neu aufbauen, nicht eins zu eins kopieren
BlogbeiträgeKein Blog im StandardAls Erlebniswelten oder über eine Erweiterung
SEO-Titel und Beschreibung aus Yoast oder Rank MathMeta-Titel und Meta-BeschreibungPlatzhalter durch echten Text ersetzen
SteuerklassenSteuersätzeLänder und Sonderregeln prüfen
GutscheineAktionen mit CodesBedingungen neu anlegen
KundenkontenKundenPasswörter lassen sich nicht direkt übernehmen
BestellungenBestellungenAm besten über die Programmierschnittstellen
PluginsStandard, Store-Erweiterung oder EntwicklungJede Funktion einzeln prüfen

Produkte, Varianten und Kategorien übertragen

WooCommerce exportiert Produkte im Standard als CSV, im Backend unter Produkte mit der Schaltfläche „Exportieren“. Die Datei enthält einfache und variable Produkte, Variationen, Attribute, Kategorien und Bild-URLs. Für Shopware 6 bereitet ihr sie so auf, dass sie zu den Importprofilen passt. Am einfachsten exportiert ihr dafür zuerst ein Beispielprodukt aus Shopware: Die Datei zeigt genau die Spalten, die der Import erwartet.

Bei Varianten zählt die Reihenfolge: zuerst die Hauptprodukte, dann die Eigenschaften, dann die Variantenkonfiguration und zuletzt die Varianten. Preise stehen in der Importdatei mit Punkt statt Komma, Bilder lädt Shopware über ihre URL, solange der alte Shop erreichbar ist. Arbeitet mit der Artikelnummer statt mit internen IDs, dann lässt sich der Import beliebig oft wiederholen. Profile, Testlauf und Fehlerdatei erklären wir im Glossar unter Shopware Import/Export.

Nutzt die Gelegenheit, um die Daten aufzuräumen: doppelte Attribute, leere Felder, Varianten, die als eigene Produkte angelegt wurden. Was im alten Shop unsauber war, sollte nicht unverändert umziehen. Wie sich Produktvarianten sauber planen lassen, steht ebenfalls im Glossar.

Kunden, Passwörter und Bestellungen

Kunden und Bestellungen lest ihr am besten über die REST-API von WooCommerce aus. Die Zugangsschlüssel legt ihr unter WooCommerce > Einstellungen > Erweitert > REST-API an, für die Migration reichen Leserechte. Bestellungen mit ihren Positionen, Adressen und Zahlungen schreibt ihr über die Programmierschnittstelle in Shopware 6, das ist sauberer als ein CSV-Import.

Passwörter speichert WordPress als Hash in einem Format, das Shopware 6 im Standard nicht prüfen kann. Es gibt zwei Lösungen: Kunden vergeben beim ersten Login ein neues Passwort, angekündigt per E-Mail vor dem Umzug. Oder ihr übernehmt die alten Hashes in das dafür vorgesehene Feld für Passwörter aus Fremdsystemen, und ein kleines Plugin prüft sie beim ersten Login und speichert das Passwort danach im Format von Shopware. Das ist bequemer für Kunden, kostet aber Entwicklungsaufwand.

Damit sich alte und neue Bestellnummern nicht überschneiden, setzt ihr den Nummernkreis für Bestellungen in Shopware 6 über die höchste Bestellnummer aus WooCommerce. Das ist besonders wichtig, wenn eine Warenwirtschaft angebunden ist, die Bestellungen über ihre Nummer zuordnet.

URLs, Metadaten und Weiterleitungen

Beim Wechsel von WooCommerce zu Shopware 6 ändert sich praktisch jede URL. WooCommerce nutzt in deutschen Shops Pfade wie /produkt/produktname/ und /produkt-kategorie/kategoriename/, jeweils mit Schrägstrich am Ende. Shopware 6 bildet die Adressen aus SEO-URL-Templates, standardmäßig aus Produktname und Artikelnummer. Ohne Weiterleitungen führen alle alten Adressen nach dem Umzug ins Leere.

Ihr braucht deshalb eine vollständige Liste der alten URLs aus Sitemap, Crawl und Search Console und für jede eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Die Sitemap liegt bei WordPress unter /wp-sitemap.xml, mit Yoast oder Rank Math unter /sitemap_index.xml. Wie ihr die Liste aufbaut und mit KI zuordnet, zeigt Schritt 4 im Beitrag Shopware Relaunch mit KI.

SEO-Titel und Beschreibungen aus Yoast oder Rank Math liegen bei Produkten als Metadaten in der Datenbank: bei Yoast in den Feldern _yoast_wpseo_title und _yoast_wpseo_metadesc, bei Rank Math in rank_math_title und rank_math_description. Übertragt sie in die Meta-Felder von Produkten und Kategorien und ersetzt Platzhalter wie %%title%% bei Yoast oder %title% bei Rank Math durch echten Text. Leere Felder bedeuten, dass das Plugin eine Vorlage nutzt. Die tatsächlich ausgespielten Titel holt ihr deshalb am sichersten aus dem Crawl.

Praxisbeispiel: Fördermaterial Hasenbein

Fördermaterial Hasenbein entwickelt seit fast 40 Jahren Unterrichtsmaterial für Förderschulen und inklusiven Unterricht. Den WooCommerce-Shop hatten wir einige Jahre zuvor selbst gebaut. Mit dem Sortiment wuchs das Problem: Förderbereiche waren kaum zu finden, Schulen konnten nur umständlich gesammelt bestellen, und ihr Bestellprozess mit abweichender Lieferadresse und Kauf auf Rechnung passte nicht in den Standard-Checkout.

Auf Shopware 6 haben wir den Shop neu aufgebaut: mit neuem Design, einer Landingpage je Förderbereich, Sammelbestellungen über Schul- und Kundenkonten und eigenen Checkout-Logiken für Schulen und Länder. Übernommen wurden Produkte, Varianten und Kategorien mit Medien, Kundenkonten mit Bestellhistorie, die URL-Struktur mit Weiterleitungen sowie Zahlungsarten, Versandregeln und steuerliche Einstellungen.

Zwei Punkte haben sich dabei bewährt. Die Daten wurden nicht per Generalexport übertragen, sondern mit einer Zuordnung, die die neue Struktur der Förderbereiche schon berücksichtigte. Und der alte Shop lief bis zur Freigabe des neuen weiter, umgestellt wurde außerhalb der Bestellzeiten. Alle Details stehen in der Referenz zu Fördermaterial Hasenbein.

„Wir sind super zufrieden mit dem Ergebnis, aber auch der Weg dahin hat für uns gut funktioniert.“ Pia Hasenbein, Fördermaterial Hasenbein

Fahrplan: In sieben Schritten von WooCommerce zu Shopware 6

Der Ablauf folgt denselben sieben Schritten wie jede Migration auf Shopware 6. Die Prompts dazu stehen im Beitrag Shopware Relaunch mit KI. Für WooCommerce heißt das konkret:

  • Bestandsaufnahme: WordPress-Plugins, Seiten, Blog, Zahlungs- und Versandarten, Steuerklassen und Kundengruppen erfassen
  • Plugins: für jedes Plugin entscheiden, ob Shopware-Standard, Store-Erweiterung, Entwicklung oder weglassen
  • Schnittstellen: unter WooCommerce > Einstellungen > Erweitert die REST-API-Schlüssel und Webhooks prüfen
  • Weiterleitungen: /produkt/ und /produkt-kategorie/ auf die neuen Adressen, inklusive Schrägstrich am Ende
  • Testmigration: Import mit Artikelnummer als Schlüssel, Abgleich der Exporte per Skript
  • Livegang: alten Shop für Bestellungen schließen, letzte Bestellungen übertragen, Domain umstellen
  • Nach dem Livegang: Testbestellung, Zahlungsanbieter, Weiterleitungen und Search Console prüfen

Häufige Fragen zur Migration von WooCommerce zu Shopware 6

Kann man WooCommerce automatisch zu Shopware 6 migrieren?

Teilweise. Einen offiziellen Migrationsassistenten von Shopware gibt es für WooCommerce nicht. Produkte, Kategorien und Kunden lassen sich per CSV oder über die Schnittstellen übertragen, Tools von Drittanbietern automatisieren Standardfälle. Sonderfelder, Plugin-Daten und Inhaltsseiten brauchen Handarbeit.

Wie lange dauert die Migration von WooCommerce zu Shopware 6?

Ab vier Wochen bei kleinen Shops, im Durchschnitt rund drei Monate. Den größten Einfluss haben Datenmenge, die Zahl der Plugins und Schnittstellen und die Frage, ob das Design neu entsteht.

Was kostet eine Migration von WooCommerce zu Shopware 6?

Migrationen starten bei uns ab 5.000 €. Was es am Ende kostet, hängt von Produkten und Varianten, Plugins, Schnittstellen und Design ab. Ein technischer Audit ab 2.500 € schafft vorher Klarheit.

Können Kunden ihr altes Passwort behalten?

Nicht ohne Weiteres, weil WordPress Passwörter in einem anderen Format speichert als Shopware 6. Entweder vergeben Kunden beim ersten Login ein neues Passwort, oder ein Plugin prüft das alte Passwort beim ersten Login und überführt es ins neue Format.

Bleiben die Google-Rankings nach dem Umzug erhalten?

Ja, wenn jede relevante alte URL per 301 auf die passende neue Seite weiterleitet, Titel und Beschreibungen übernommen werden und ihr nach dem Livegang Fehlerseiten und Indexierung prüft. Bei WooCommerce ändert sich praktisch jede URL, die Weiterleitungsliste ist deshalb Pflicht.

Was passiert mit dem WordPress-Blog?

Shopware 6 hat im Standard kein Blog-Modul. Beiträge lassen sich als Erlebniswelten neu aufbauen oder über eine Erweiterung abbilden. Alternativ läuft der Blog in WordPress weiter, etwa auf einer Subdomain. Auch dann brauchen die alten Blog-URLs Weiterleitungen.

Shopware Migration

Wir migrieren Shops von WooCommerce, Shopware 5, Magento, JTL-Shop und Shopify auf Shopware 6, mit Datenmigration, Weiterleitungen und Schnittstellen.

Shopware Migration: Ablauf, Kosten und Praxisbeispiele

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Aus einem Artikel wird erst dann Wert, wenn daraus ein klarer nächster Schritt entsteht.

Wenn du ein Thema aus diesem Beitrag in deinem eigenen System, Shop oder Prozess wiedererkennst, lohnt sich ein sauberer Blick auf Scope, Daten und technische Basis.

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