301-Weiterleitung
Die dauerhafte Umleitung, mit der alte Adressen ihre Rankings an neue weitergeben.
Definition
Eine 301-Weiterleitung (301 Redirect) teilt Browsern und Suchmaschinen mit, dass eine Seite dauerhaft unter einer neuen Adresse erreichbar ist. Besucher landen automatisch auf der neuen URL, und Google überträgt die Signale der alten Seite wie Links und Rankings auf das neue Ziel.
Der Statuscode 301 steht für „Moved Permanently“, also dauerhaft verschoben. Daneben gibt es 302 und 307 für vorübergehende Umleitungen, 308 als weitere dauerhafte Variante und 410 für Seiten, die bewusst und endgültig entfernt wurden. Für Relaunches, Domainwechsel und Shop-Migrationen ist 301 der Standard, weil er Google eindeutig sagt: Die alte Adresse kommt nicht zurück.
Bei einer Migration entscheidet die Weiterleitungsliste über die Sichtbarkeit nach dem Umzug. Jede alte Produkt-, Kategorie- und Inhaltsseite braucht ein passendes Ziel: dasselbe Produkt, einen Nachfolger oder die übergeordnete Kategorie. Wer stattdessen alles auf die Startseite leitet, verliert die Rankings trotzdem, weil Google solche Weiterleitungen wie eine fehlende Seite behandelt. Wie eine vollständige Liste entsteht, zeigt Schritt 4 im Beitrag Shopware Relaunch mit KI.
In Shopware 6 gibt es zwei Ebenen. Ändert sich eine SEO-URL innerhalb des Shops, kann Shopware selbst per 301 auf die aktuelle Adresse leiten, das ist eine Option in den SEO-Einstellungen. Für Adressen aus dem alten System, etwa /produkt/… aus WooCommerce, braucht es eigene Regeln: in der .htaccess im Ordner public bei Apache, in der Server-Konfiguration bei nginx oder über eine Erweiterung aus dem Shopware Store.
RewriteEngine On
RewriteRule ^produkt/kaffeemuehle-classic/?$ /Kaffeemuehle-Classic/SW10001 [R=301,L]Eigene Regeln gehören in public/.htaccess vor die Regeln von Shopware, sonst greifen sie nicht.
location = /produkt/kaffeemuehle-classic/ {
return 301 /Kaffeemuehle-Classic/SW10001;
}Praxisbeispiel
Ein Shop zieht von WooCommerce zu Shopware 6 um. Aus Sitemap, Crawl und Search Console entsteht eine Liste mit 1.800 alten URLs. Produkte werden über die Artikelnummer ihrem neuen Ziel zugeordnet, entfallene Artikel ihrer Kategorie, alte Schlagwort-Seiten ohne Klicks bekommen einen 410. Die 50 Seiten mit den meisten Klicks prüft das Team einzeln.
Was du wissen solltest
- 301 für dauerhafte Umzüge, 302 für vorübergehende, 410 für bewusst entfernte Seiten ohne Nachfolger
- Ketten vermeiden: Jede alte URL leitet direkt auf das endgültige Ziel
- Keine Sammel-Weiterleitung auf die Startseite, Google behandelt das wie eine fehlende Seite
- Weiterleitungen dauerhaft bestehen lassen, mindestens ein Jahr, besser länger
- Interne Links auf die neuen URLs umstellen, damit der Shop selbst keine Weiterleitungen auslöst
- Nach dem Livegang prüfen: alte URLs im Listenmodus von Screaming Frog oder per Skript, dazu den Bericht „Seitenindexierung“ in der Search Console
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